Herdbucheintragung 2020

Der Herbst ist eine grandiose Jahreszeit. Für mich persönlich ist es der Abschluss meines Zuchtjahres und gleichzeitig der Startschuss für den kommenden Lämmerjahrgang. Das mag vielleicht nicht ganz logisch erscheinen, aber die Herdbucheintragung meiner Tiere ist für mich ein erster Meilenstein für meine Nachzucht. Hier zeigt sich erstmalig, ob die Lämmer sich in den ersten Lebensmonaten so entwickelt haben, wie erhofft. Als zweiten Meilenstein sehe ich das jährlich Ende September/Anfang Oktober terminierte IGOU Treffen an. Es bietet die Möglichkeit, seine Nachzucht mit den besten Tieren der anderen Züchter zu vergleichen und die Möglichkeit, viele verschiedene Zuchtrichtungen zu sehen. Neben diesen beiden wichtigen Punkten muss im Herbst natürlich die Planung für den nächsten Lämmerjahrgang getroffen werden. Danach heißt es warten und die Wintermonate zu genießen, ehe die spannende Lammzeit wieder vor der Tür steht.

Zwei weiße Ouessantlämmer

Dieses Jahr durfte ich meine Schafe kurz nach dem IGOU Treffen zur Herdbuchaufnahme vorstellen. In NRW kommt zu diesem Termin ein Mitarbeiter des Schafzuchtverbandes NRW zu den Züchtern nach Hause und begutachtet jedes einzelne Schaf. Als Züchter ist man hier in der Verantwortung, dass die Schafe bestmöglich vorbereitet sind. In diesem Jahr stand die Herdbuchaufnahme von 8 weiblichen Tieren und einem Ouessantbock auf dem Programm. Die Tiere mussten von den jeweiligen Weiden nach Hause an den Stall gebracht werden. Dort hatte ich eine Bucht vorbereitet, um die Tiere schnell und ohne Stress einfangen zu können. Für die Wartezeit dürfen ausreichend Heu und Wasser nicht fehlen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn es hat nicht geregnet. Andernfalls hätten die Schafe eine Nacht im Stall verbringen müssen.

Die Beurteilung

Für eine aussagekräftige Beurteilung der Wolle sollte diese möglichst trocken sein. Auch bekommen die Schafe vorher einen frischen Klauenschnitt, damit die Stellung der Beine und Klauen problemlos kontrolliert werden kann. In einigen Zuchtverbänden werden die Schafe gemessen, dass ist in Nordrhein-Westfalen jedoch nicht der Fall. Alle Schafe mussten sich allerdings einen Kontrolle der Zähne und einen Griff in die Wolle gefallen lassen.

Der Rassestandard bei Ouessantschafen schreibt vor, dass diese einfarbig sein müssen. Weil es bei weißen Tieren häufiger dazu kommt, dass sich dunkle Stellen in der Wolle zeigen wurde in diesem Jahr verstärkt kontrolliert, ob die Tiere zu viel Pigment zeigen. Dies war jedoch glücklicherweise nicht der Fall. Einige hatten einen Anflug von Rot im Nacken und den Beinen, was allerdings nicht als Fehler anzusehen ist.

Erfreulich war in diesem Jahr, dass es züchterisch bei der Beinstellung eine positive Entwicklung gab. Lediglich bei zwei Tieren konnten leichte x-Beine die Note für die äußere Erscheinung etwas drücken. Die Zahnstellung war bei allen Tieren korrekt, was mich sehr freut. Es ist allerdings abzuwarten, ob die Zahngesundheit sich auch im Alter verbessert. Die vorgestellten Tiere wirkten alle harmonisch und können ihre Herkunft nicht verleugnen. Unter den acht vorgestellten weiblichen Schafen waren vier Töchter von SEL Christian 8 und zwei Enkeltöchter. Dieses Ergebnis bestärkt mich in meinem Entschluss, ihn im Jahr 2021 erneut einzusetzen.

In den vergangenen Jahren habe ich viel dazu gelernt, was die Bewertung von Schafen angeht. Ich schaue mir die Beinstellung kritischer an, kann beurteilen ob eine Rückenlinie gut oder schlecht und ob die Wolle offen oder geschlossen ist. Trotzdem bin ich bei meinen eigenen Schafen selten objektiv. Die Herdbucheintragung ist daher für mich eine Möglichkeit, meine Schafe von einem unbekannten Dritten begutachten zu lassen.

Die Ergebnisse

Sarina – geb. 2019 – 8/8/8
Suri – geb. 2020 – 8/8/8
Lexy – geb. 2020 – 8/8/8
Kiwi – geb. 2020 – 8/8/8
Merci – geb. 2020 – 8/8/7
Mira – geb. 2020 – 8/8/8
Rina – geb. 2020 – 8/8/7
Esme – geb. 2020 – 8/8/8
Gumpert du bihan – geb. 2019 – 8/8/8

Wer sich für die Herdbucheintragung meiner Schafe aus den vergangenen Jahren interessiert, der findet hier einen Bericht aus dem Jahr 2018.