Deckgeschirre für Ouessantschafe

In jedem Herbst, wenn die Tage kürzer werden, beginnt die Deckzeit bei den Ouessantschafen und die Auen kommen in die Brunst. Fünf Monate dauert die Trächtigkeit, ehe im Frühjahr die kleinen Lämmer geboren werden. Im Herbst 2020 habe ich mich dazu entschlossen, Deckgeschirre für Ouessantschafe zu testen.

Ouessantbock mit Deckgeschirr

Die Lammzeiten waren in den vergangenen Jahren teilweise sehr lang. In schlaflosen Nächten haben wir oft mit der Taschenlampe kontrolliert, ob eine Geburt bevorsteht. Die wochenlangen Kontrollen und die Spannung haben sehr an den Nerven gezerrt. Nie war klar, welches Schaf zu welchem Zeitpunkt lammen würde. Neidisch habe ich immer den exakten Vorhersagen anderer Schafhalter gelauscht. Diese haben für ihre Schafböcke ein Deckgeschirr eingesetzt und konnten so notieren, wann der Bock die Auen gedeckt hat.

Die Deckgeschirre die im Handel käuflich zu erwerben sind, passen leider nicht bei den kleinen Ouessantböcken. Aus diesem Grund musste improvisiert werden. Der erste Gedanke war, die verwendeten Farbblöcke an einem Hundegeschirr zu befestigen. Diese Möglichkeit habe ich für mich schnell verworfen, nachdem ich die Befestigung der Farben gesehen habe.

Am Ende habe ich mich für ein Deckgeschirr aus Nylon entschieden. Dieses habe ich an einigen Stellen gekürzt. Die Platte mit der Befestigung für den Farbblock wurde ebenfalls optimiert, damit sie auf der schmalen Brust der Schafe gut sitzt.

Deckgeschirre im Test

Leider habe ich bisher noch kein optimales Ergebnis erzielt. Das Deckgeschirr wird aktuell noch mit Kabelbindern an zwei Stellen festgehalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Konstruktion im Langzeittest beweisen kann. Anschließend entscheide ich, ob die Kabelbinder im kommenden Jahr durch Nähte und Verschlüsse ersetzten werde.

Die Farbblöcke gibt es in mindestens vier verschiedenen Farben. Um zu testen, welche Farbe auf den schwarzen Schafen am besten zu sehen ist, habe ich blaue, rote und grüne Farbblöcke im Einsatz. Bisher kann ich berichten, dass sowohl die blaue als auch die rote Farbe auf meinen weißen Tieren sehr gut zu erkennen ist. Die rote Farbe ist auch auf braunen Schafen zu sehen. Eigentlich soll man alle 14 Tage die Farbe wechseln um zu überprüfen ob Schafe umbocken. Ich habe mich dazu entschlossen, es vorläufig mit einer Farbe zu versuchen und nicht zu wechseln.

Auffällig ist bisher, dass der Jährlingsbock nur wenig Farbe auf den Schafen hinterlässt. Der erfahrene Altbock hat auf Anhieb einen sehr deutlichen blauen Fleck hinterlassen. Es bleibt abzuwarten, ob dies an der Unerfahrenheit des Bocks liegt oder ob das Deckgeschirr nicht optimal sitzt.

Es muss auf jeden Fall erwähnt werden, dass die Farbe auswaschbar ist. Allerdings dauert dies einige Zeit. Auf unerklärliche Art und Weise schaffen es die Auen regelmäßig, sich mit der Farbe auch an anderen Stellen zu makieren. So hatte ich schon blaue und rote Farbe in den Gesichtern von zwei Mutterschafen. Auch die Böcke färben zwischen den Vorderbeinen stark ab. Insgesamt sind die Schafe ziemlich bunt. Wer dies nicht mag, sollte auf ein Deckgeschirr verzichten.

Makierung mit Farbstift

Als Alternative zu dem Einsatz von Deckgeschirren kann man die Böcke mit einem Farbstift makieren. Hierzu muss die Farbe alle paar Tage auf dem Brustbein der Böcke aufgetragen werden. Für mich ist diese Vorgehensweise zu aufwendig und ich möchte den Tieren den Stress ersparen, alle zwei bis drei Tage eingefangen zu werden. Bei Tieren die handzahm sind kann diese Prozedur leichter sein.